Einfach Hund sein dürfen

Je mehr man in der Öffentlichkeit steht, umso öfter muss man sich verschiedenartiger Kritik stellen, denn in der heutigen (modernen) Hundewelt leben wir schon lange nicht mehr einfach nur mit unseren Hunden zusammen. Hunde müssen so leben oder sich so verhalten, wie wir Hundebesitzer das möchten und uns das vielleicht immer wieder neu ausdenken. Ein großer Kritikpunkt hierbei ist die Überforderung des Hundes. Bei alldem großen Spektrum an heutiger Hundebeschäftigung ist es enorm wichtig ein gesundes Mittelmaß zu finden. Dabei kommt es natürlich auch auf den Hund drauf an. Hat er Lust zu arbeiten, reicht ihm der tägliche Spaziergang zur Auslastung oder benötigt er artgerechte Beschäftigung? Je nach Typ Hund oder Charakter sieht auch der entsprechende Hundealltag in jeder Hundefamilie unterschiedlich aus. Aber wie wichtig ist denn eigentlich die „Nicht-Beschäftigung“ eines Hundes? Quasi die Zeiten in denen ein Hund schläft, ruht oder einfach nur mal Hund sein darf! Was Hunde wirklich wollen – dieser Tatsache bin ich etwas näher auf den Grund gegangen und möchte euch gerne 6 Fakten über ein gesundes Hundeleben weitergeben:

  1. Schlafen und Ruhen – weniger ist oft mehr, denn ohne ausreichende Schlaf- und Ruhezeiten kann ein Hund nicht ausgeglichen sein. Individuell angepasst hat der Hund zwischen 15 und 20 Stunden am Tag ein Schlaf- und Ruhebedürfnis, welches wir unbedingt ermöglichen sollten. In Zeiten von einem „Hundebeschäftigungswahn“ fällt uns das häufig sehr schwer.
  2. Natürlich gestaltete Spaziergänge – und zwar auch mal ohne viel Üben oder Leinengezerre. Für unsere Hunde ist es unheimlich wichtig mit der Nase unterschiedliche Hundenachrichten einzufangen oder die Gegend zu erschnüffeln. Das ist eine der natürlichsten Beschäftigungen, der ein Hund nachgehen kann. Hunde die dauernd nur mitgeschliffen werden und sich der Schnüffelei nicht hingeben dürfen, bauen schnell ein hohes Maß an Frustration auf.
  3. Querfeldein laufen – Erde, Steine, Sand oder Waldboden sind Highlights für den Tastsinn unserer Fellnasen und stärken dabei ungemein das Selbstbewusstsein und somit auch die Ausgeglichenheit und nervliche Belastbarkeit. Rezeptoren für den Tastsinn befinden sich überall auf der Hundehaut, doch besonders gut können Hunde mit Tasthaaren und Pfotenballen fühlen. Also, los geht´s auf Entdeckungstour!
  4. Stressreduzierung – Stress ist pures Gift für das Hundeglück und muss in Grenzen gehalten werden. Umzug, verschiedene Ängste, lauter Streit oder schreiende und spielende Kinder können mögliche Stressursachen sein. Nicht jede Angst lässt sich jedoch abtrainieren. Ähnlich wie bei uns Menschen, fürchten sich auch Hunde vor etwas. Mit der einen oder anderen kleineren Angst kann man aber vielleicht gut leben und muss nicht dauernd daran herumdoktern?!
  5. Soziale Interaktion mit Menschen – Körperkontakt, Kontaktliegen und Streicheln sind einfache soziale Interaktionen und Grundvoraussetzung für die körpereigene Produktion von Glückshormonen, die Stresshormonen entgegenwirken. Die Mehrheit aller Hunde genießt die körperliche Nähe zu uns Menschen. Durch das Abschlecken geben uns viele Fellnasen sogar etwas zurück und zwar auf eine besondere Art und Weise, sie streicheln uns und drücken somit Zuneigung aus.
  6. Geistiges Training – jeder Hund benötigt eine unterschiedliche Dosis an Beschäftigung, die nicht nur den Körper, sondern auch das Hundeköpfchen fordert. Wie viel oder wenig der tatsächliche „Wissensdrang“ eines Hundes ist, kann nur jeder Hundebesitzer selbst entscheiden und darauf entsprechend reagieren. Hierbei ist es wichtig, dass der Hund nicht überfordert wird, die Möglichkeit von ausreichenden Pausen bekommt und auch aushalten kann, wenn mal ein paar Tage nichts dergleichen passiert.

Natürlich gibt es noch gefühlt tausend weitere Dinge, die zur Glückseligkeit unserer Hunde beitragen. So spielt beispielsweise auch die gesunde Ernährung oder die Pflege von positiven Sozialkontakten zu Artgenossen eine wesentliche Rolle. Um das Ganze etwas anschaulicher zu machen, könnt ihr euch passend zum Thema ein niedliches Video von Nala ansehen. Der Hundepapa hat einige Ausschnitte eines Spazierganges gefilmt, die Nala beim Schnüffeln, Erkunden und einfach Hund sein dürfen zeigen. Die Unbeschwertheit zeigt deutlich wie wichtig solche Spaziergänge sind, auf denen der Hund „tun und lassen kann“ was er will, die Gegend ohne große Einwände oder Rufe entdecken darf und man letztlich auch gemeinsam etwaige Gassirunden genießen sollte!

A Walk in the Park with Nala – viel Spaß mit unserem Video!

Buchtipp: Einfach Hund sein dürfen; Das Hundeleben natürlich gestalten von Thomas Riepe (Link zum Ulmer Verlag)

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*Das Buch „Einfach Hund sein dürfen“ wurde uns kosten- und bedingungslos vom Ulmer Verlag zur Verfügung gestellt.

8 Gedanken zu „Einfach Hund sein dürfen

  1. doesjepower

    Tolle Idee😍 Das Video konnte ich jetzt hier direkt nicht sehen (Fehler ist aufgetreten), warum auch immer,deswegen habe ich es einfach direkt über YouTube geguckt😊 Echt schön gemacht und die Perspektive ist auch echt schön😍😘
    Liebe Grüße
    Pauline und Aimée

    Gefällt 2 Personen

  2. Anni

    Wie immer ein toller Beitrag! Das Video hab ich schon davor auf yt gesehen und bin begeistert!😍 Ich finde es auch echt wichtig auf den eigenen Hund einzugehen manche meinen ja nur weil das total viele Hunde toll finden muss das meiner auch! Sowas ist schade dafür mag der Hund vielleicht was anderes machen was ihm dafür viel mehr Spaß macht! Auch total schlimm finde ich wenn Hunde nichtmal schnüffeln dürfen sondern gleich bestraft werden…
    Lg Anni mit Ebby und Dr. Sloan😊

    Gefällt 1 Person

    1. Little Blue Heart

      Hallo Anni, danke für deinen Kommentar. ich sehe das genauso. Bevor Nali bei uns einzog wollte ich unbedingt mit ihr die Ausbildung zum Therapiehund machen, die bei uns in einer Klinik angeboten wird. Ich wollte so gerne ehrenamtlich mit ihr arbeiten und Altenheime oder Kinderheime besuchen. Allerdings hat sich Nala zu einem Hund entwickelt, der sich einfach nicht gerne von Fremden streicheln oder ansprechen lässt. Natürlich war mir das ein bisschen bewusst, weil auch im Rassestandard beschrieben wird, dass Shelties reservierter gegenüber Fremden sind! Trotzdem, ich habe fest vorgehabt die Ausbildung mit ihr zu machen. Aber schnell haben wir gemerkt dass Nala schüchtern, zurückhaltend und ganz und gar nicht übermäßig selbstbewusst ist und so entsprechend auch auf fremde Menschen reagiert. Es wäre womöglich nur Stress und eine Qual für sie geworden, wenn wir die Ausbildung gemacht hätten und ich mit ihr als Besuchshund arbeiten würde. Man sollte unbedingt immer zum Besten des eigenen Hundes entscheiden und ja, was andere mit ihren Hunden machen, muss ich nicht auch machen! Bei all meinen Entscheidungen sehe ich immer Nala zuerst und überlege wie könnte es ihr damit ergehen und entscheide zu ihrem Wohl. Wir wünschen euch noch eine tolle restliche Woche und senden viele Schlabberküsse von Nali zu euch rüber 🙂

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  3. drspottetpaws

    Toller Beitrag! Das Video ist auch richtig schön geworden!😍 Man sieht immer so schön wenn Hunde Spaß an dem haben was sie machen oder wenn nicht! Manche Besitzer müssten einfach mehr auf ihren Hund achten
    Lg Anni mit Ebby und Dr Sloan💕

    Gefällt 1 Person

  4. danih

    Irgendwie habe ich bei dem Video ständig erwartet das der Hund sein Bein hebt. Aber es ist ja eine Hündin. Als Rüdenhalter erwartet man halt das alles was interessant ist markiert wird. Die kleine Mäusejagd in dem Video fand ich schön. Der meinige hat so 0 Interesse am jagen(Langhaar Collie auch in blue merle). Bei den Shelties scheint das Jagen doch noch ausgeprägter zu sein. Bin gespannt was ich hier noch so alles lese und finde. Der Eintrag über das Impfen ist jedenfalls gelungen.

    Gefällt 1 Person

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