Das allererste Turnier

…und zwar im Rally Obedience am 6. August 2016! Eines steht fest, der Sheltie und ich sind spontan, denn eigentlich war das erste Turnier doch gar nicht so schnell geplant und noch eigentlicher sollte das erste Turnier zunächst im Oktober 2016 für uns stattfinden. Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt, denn nicht ganz drei Tage vor dem 6. August meldete ich uns in der Beginner Klasse an. Diesen kurzfristigen Startplatz haben wir unserer Rally Obedience Trainerin (Junes und Yukons Frauchen) zu verdanken, die sich ohne groß zu überlegen vollumfänglich dafür eingesetzt hat, dass der Sheltie und ich an diesem Tag starten dürfen. „Ach, das schafft ihr locker!“ und „Mach dich doch nicht so verrückt!“, waren ihre Aussagen und naja, was soll ich sagen? Wir haben es überlebt und wir haben es geschafft. Ein toller Turniertag, mit einem noch tolleren Ergebnis, liegt hinter uns. Zum allerersten Mal schauten wir nicht nur vom Rand aus zu, nein, zum allerersten Mal durften wir hautnah Turnierluft aus der vordersten Reihe schnuppern oder eher schnüffeln.

Rally Obedience? Was ist das denn?

Rally Obedience ist eine relativ junge „Funsportart“, die innerhalb Deutschlands noch nicht allzu weit verbreitet ist. Erst seit einigen Jahren werden Turniere angeboten, die jedoch immer größeren Anklang finden. Kein Wunder, ich kenne das Gefühl nur zu gut, wenn einen das Rally Obedience Fieber packt und nicht mehr loslässt. Rally Obedience besteht aus vielen kleineren Übungen, die überwiegend aus der Unterordnung und dem klassischen Obedience kommen, aber auch vereinzelte Elemente aus Dogdance und Agility vereinen sich im Rally Obedience. Für jede Übung gibt es ein eigenes Symbolschild (insgesamt ca. 80 Schilder) und ein Parcours besteht aus ca. 12 (Senioren) bis ca. 24 Übungen. Die Schwierigkeit der einzelnen Übungen hängt von der jeweiligen Leistungsklasse ab. Insgesamt gibt es fünf Leistungsklassen: Beginner, Klasse 1, Klasse 2, Klasse 3 und die Seniorenklasse (ab 8 Jahre). Ähnlich wie beim Agility, gibt der Richter in jeder Leistungsklasse einen neuen Parcours vor, den sich die Starter in einer Parcoursbegehung einige Minuten vor Turnierstart genauestens ansehen dürfen. Gewertet wird nach Präzision und Durchführung der einzelnen Übungen. Die Bewertungen sind allerdings nicht ganz so streng, als beim klassischen Obedience. Körperhilfen und Kommunikation, im Sinne von Motivation oder Lob, sind erlaubt und sogar erwünscht. Zusätzliche Kommandos und/oder Verzögerungen bei der Ausführung von Übungen werden allerdings entsprechend entwertet. Jedes Mensch- und Hund Team startet mit einer Ausgangspunktzahl von 100 Punkten und Fehler sind entsprechend abzuziehen. Bei einer Punktgleichheit wird dann die Zeit in die Bewertung mit einbezogen, die Maximalzeit beträgt 4 min. pro Parcourslauf.

Schilder üben-3981
Wir üben die Schilder im Wohnzimmer

Eine klasse Sache, oder nicht?

…für Nala und mich auf jeden Fall! Im Zuge des Trainings für die Begleithundeprüfung habe ich gemerkt, wie viel Spaß uns Unterordnung oder Fußarbeit machen, allerdings musste ich auch feststellen dass wir noch nicht prüfungsresistent sind. Die tatsächliche Begleithundeprüfung war der blanke Horror. Nala reagierte auf meine Stimmungslage und blockte sogar während der Fußarbeit in der Prüfung ab. Ein großes Dilemma und ich als Frauchen voller Stress und voller Panik. Wer sich in Sachen Begleithundeprüfung auskennt, weiß, dass die Prüfung streng ist. Damalige Merknotiz an mich: Du darf nicht reden, du darfst wenig loben, du darfst nichts zeigen, du darfst einfach fast nichts! Dem Sheltie und mir ist das ziemlich aufs Gemüt geschlagen, dieser ganze Stress um die Begleithundeprüfung, wenngleich ich natürlich stolz auf uns beide bin, dass wir die Prüfung letztlich bestanden haben. Das Rally Obedience hat mit einer solchen strengen Prüfung rein gar nichts zu tun. Hier steht wirklich der Spaß an der Sache im Vordergrund und ich kann euch sagen, den haben wir! Das Wort „Funsportart“ sagt eigentlich schon alles, dennoch musste ich mich im Training mächtig umstellen. Ich konnte nicht glauben was alles während des Turnierlaufs erlaubt ist: Handzeichen, Loben mit der Stimme, Quasseln, Schreien, Zeigen und in der Beginnerklasse darf sogar an manchen Übungsschildern noch mit Futter belohnt werden. Alles also locker vom Hocker! Und getreu diesem Motto sind wir auch am 6. August 2016 in unseren allerersten Turniertag gestartet. Ja, wir haben es geschafft und nervlich überstanden. Alles war halb so wild und hat einfach nur jede Menge Spaß gemacht. Natürlich war ich aufgeregt, doch irgendwie anders aufgeregt. Ich war viel entspannter, weil ich wusste, ich darf reden und zwar so viel und vor allem was ich wollte. Der Sheltie war ebenfalls gleich viel entspannter.

Das Ergebnis

Nala und ich sind mit der Nummer 11 gestartet und konnten unser erstes Turnier mit 96 von 100 Punkten in der Beginnerklasse meistern. Lediglich zwei kleine Patzer sorgten für etwas Punkteabzug. Einmal schnupperte Nala an einem Übungsschild relativ am Anfang des Parcours (schnuppern ist nicht erlaubt) und eine spätere Übung arbeitete ich mit Nala etwas zu weit vom Übungsschild entfernt ab, woran der Sheltie natürlich keinerlei Schuld trägt. Von insgesamt 14 Startern in der Beginnerklasse belegten wir den 6. Platz und wurden mit „Vorzüglich“ bewertet, was uns den Aufstieg in die nächsthöhere Klasse sicherte. Allerdings möchte ich noch 1-2x bei den Beginnern laufen, um insgesamt noch sicherer zu werden und viele positive Erfahrungen an solchen Turniertagen zu sammeln, denn auch so ein Turniertag bedeutet Arbeit und Anstrengung für den Sheltie.

Erstes Rally Obedience Turnier? Check!

Aber wisst ihr was? Überzeugt euch doch gerne selbst von unserem tollen ersten Turnierlauf im Rally Obedience, denn wir wurden gefilmt! Und soll ich euch was verraten? So toll wie es im Video ausschaut, habe ich unseren Lauf gar nicht in Erinnerung, was mich nun im Nachhinein noch viel mehr freut! Der Ehrgeiz hat uns gepackt. Ich bin mir sicher, Nala und ich werden noch viele viele Jahre dem Rally Obedience treu bleiben, eine Hundesportart, die genau das richtige für einen sensiblen Hund ist. Na, habe ich eure Lust auf Rally Obedience etwas herauskitzeln können? Übrigens benötigt man für den Turnierstart KEINE Begleithundeprüfung und auch Senioren oder behinderte Hunde können mitmachen! Auf los geht’s los!

 

4 Gedanken zu „Das allererste Turnier

  1. havaneserchen

    Das sieht toll aus! 😀 Ist es beim Rally Obedience so, dass beim Fuss laufen der Hund nicht Körperkontakt haben muss, sondern einfach auf der richtigen Höhe laufen soll? Ich habe eine Havaneserhündin und die fühlt sich nicht gerade sooo wohl bei der richtigen ,,Fussposition,,. So 20cm Abstand findet sie angenehm..und ich bin mir unschlüssig ob ich da überhaupt mehr fordern soll zur Zeit oder ob es dann gar nicht nötig ist. Ich möchte auch Richtung Rally Obedience gehen..und in der Schweiz gibt es noch die Disziplin Spass Sport (da ist aber alles ein weniger lockerer als allgemein im Hundesport 😀 )
    Ich finde dich und Nala toll..was du alles mit ihr erarbeitest, was für Gedanken du dir machst..Super! Wir werden zudem auch anfangen mit Rückenmuskulatur stärken..unserer hat auch sooo einen langen Rücken, ich möchte da einfach bereits anfangen mit vorbeugen..
    Liebe Grüsse Sandra mit Gioia

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    1. Little Blue Heart

      Hallo liebe Sandra, erstmal vielen Dank für dein liebevolles Kommentar. Ich glaube nicht dass der Hund sehr eng Fuss laufen muss im Rally Obedience. Wenn Gioia freudig neben dir mitläuft, sollte das völlig ausreichen. Wichtig ist ja, dass ihr beide Spaß und Freude dabei habt. Und zwar ohne Druck. Genau deswegen machen wir ja auch Rally Obedience, einfach weil es viel lockerer ist und man mit mehr Spaß bei der Sache ist. Nala ist so sensibel, die merkt immer direkt, wenn ich gestresst bin und reagiert entsprechend darauf. Das möchte ich ihr und mir ersparen. Toll finde ich auch, dass du dir Gedanken bezgl. der Rückenmuskulatur machst. Ich denke alles was man zuhause selbst machen kann und dem Hund gut tut und für später hilft, ist sinnvoll. Ich wünsche euch beiden jedenfalls weiterhin viel Spaß bei allem was ihr tut. 🙂

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