Das Gruselwort: BH-Prüfung

Einige von euch wissen bestimmt was sich hinter der sogenannten BH-Prüfung verbirgt, andere wiederum nicht. Richtig ausgesprochen sagt man dazu normalerweise: Begleithundeprüfung. Bei der Begleithundeprüfung wird der Hund auf seine Alltagstauglichkeit überprüft. Die Schwerpunkte liegen hierbei auf Verkehrssicherheit, Sozialverträglichkeit, Unbefangenheit und Gehorsam. Die bestandene Begleithundeprüfung ist Voraussetzung für alle Hundesportarten und weitere Prüfungen.

Wir machen Hundesport

Hundesport ist ein gutes Stichwort, denn seit einiger Zeit geht’s für Nala und mich jeden Freitag zum Agility. Ich packe also den Sheltie, einen vollgepackten Rucksack und die Transportbox ins Auto und düse los zum Hundeplatz. Beim Agility muss der Hundehalter seine Fellnase durch einen Parcours mit verschiedenen Hindernissen leiten. Hindernisse sind beispielsweise Hürden, über die der Hund springt oder einzelne Stangen, die er im Slalom durchringt. Noch sind wir relativ am Anfang unseres Agility Trainings, aber Nala hat jetzt schon jede Menge Spaß dabei. Die kleine Flitzemaus ist talentiert, so viel steht fest, nur an meiner Körpersprache sowie Schnelligkeit müssen wir etwas arbeiten. Aber über das Thema Agility möchte ich gar nicht schreiben, darüber folgt auf jeden Fall ein gesonderter Blogbeitrag. Um jedoch mit Nala in unbestimmter Zeit auch mal ein Agility Turnier laufen zu dürfen, müssen wir die bestandene Begleithundeprüfung vorweisen, was mich zurück zum Thema bringt! Bereits im letzten Jahr beschloss ich mit Nala die Begleithundeprüfung abzulegen, nicht nur im Hinblick darauf mit ihr im Agility zu starten, sondern auch als Test für uns. Können wir ein verantwortungsvolles Team bilden und sind wir dieser Herausforderung gewachsen? Ich meldete uns zur Prüfung an! Prüfungstermin: 18.06.2016! Tschakka, wir schaffen das!

Unser Vorbereitungstraining! Das böse Erwachen!

Voller Motivation starteten wir im Januar 2016 mit dem Vorbereitungstraining. Nach und nach musste ich jedoch feststellen, Nala besitzt zwar ein relativ guter Grundgehorsam, aber an den Feinheiten haperte es an allen Ecken und Kanten. Die Grundstellung (Hund sitzt eng an der linken Seite des Hundeführers) eine Katastrophe, von Fuß laufen noch nie was gehört, bellfreudig aus Protest und Frauchen, ja Frauchen ein völliger Körperkasper. Wir als Team, Nala und ich, sahen am Anfang wohl eher aus wie Feuer und Wasser, eben zwei Elemente, die so gar nicht zueinander passen. Das BH-Training fand immer einmal in der Woche (dienstags) statt, natürlich für uns viel zu wenig, immerhin bestand großer Nachholbedarf. Also versuchte ich Gelerntes zuhause umzusetzen, eine ordentliche Grundstellung aufzubauen und täglich arbeite ich auf Spaziergängen mit dem Sheltie an den Feinheiten der Fußarbeit. Wusstet ihr, beim Ableinen des Hundes in der Prüfung muss man sich die Leine so umhängen, dass der Karabinerhaken auf der rechten Seite, abgewandt vom Hund, liegt. Was für eine Herausforderung. Entweder bin ich zu blöd oder ja, ich bin zu blöd dafür. Das richtige Umhängen der Leine war schwieriger als gedacht! Aber ein erster Lichtblick, die enge Grundstellung lernte Nala nach kurzer Zeit und auch das Fuß laufen mit und ohne Leine klappte zunehmend besser! Ja und ich? Ich hatte den Dreh nach einiger Zeit des Trainings raus und bekam mein Leinenchaos in den Griff. Das prüfungsgerechte umhängen der Leine, ein Klacks!

Der Prüfungstag, Ablauf und Erfahrungen

Welche Bestandteile hat denn überhaupt so eine Prüfung?

  1. Sachkundenachweis, theoretische bzw. schriftliche Prüfung
  2. Unbefangenheitsprüfung, Identifikation des Hundes
  3. Unterordnung (Laufschema und Ablage) auf dem Hundeplatz
  4. Außenteil, Prüfung im Verkehr

Ihr versteht nur Bahnhof und starrt fragend auf den Bildschirm? Keine Angst, mir erging es ähnlich! Nachdem ich ungefähr 20 mal die VDH Informationsbroschüre durchlas, bekam ich nach und nach ein Gefühl dafür und die einzelnen Puzzleteile setzten sich zusammen. Der Prüfungstag rückte immer näher und ich kann gar nicht sagen, wie oft ich mich an einen x- beliebigen Tag NACH der Prüfung wünschte. Eigentlich bin ich relativ gelassen was Prüfungssituationen betrifft, doch in diesem Fall, sah meine Welt etwas anders aus. Vielleicht lag es daran, dass ich diesmal nicht alleine für das Bestehen dieser Prüfung verantwortlich war. Ich musste Nala vertrauen und hatte Zweifel, das gebe ich offen zu. Hunde sind Lebewesen und keine Maschinen, sie haben (wie wir auch) mal schlechte und bessere Tage. Wie oft hörte ich Tim sagen: „Jetzt mach dich doch mal locker, das klappt schon alles und wenn nicht, dann eben nicht! Davon geht die Welt auch nicht unter!“ Was soll ich sagen? Recht hat er!

Aber ich bin eine Perfektionistin durch und durch. Ich wollte nicht nur bestehen, ich wollte natürlich GUT bestehen. Ich bewundere schon mein ganzes Leben lang die Menschen unter euch, die Prüfungen einfach Prüfungen sein lassen können und sich vor allen Dingen nicht allzu sehr unter Druck setzen! Davon kann ich nur träumen. Natürlich bereiteten wir uns gut vor – wir trainierten, übten und verzweifelten tagtäglich. Fast jeden Spaziergang nutze ich für die Fußarbeit und im Garten übte ich einzelne Prüfungselemente. Nachts träumte ich von den Theoriefragen und beim Autofahren zur Arbeit (ca. 55 km einfach ) lief ich immer und immer wieder gedanklich das Fußschema ab, welches ich mit Nala bestreiten musste. Schlicht und einfach, ich konnte wochenlang vor der Prüfung an nichts anderes mehr denken! Jetzt aber genug geschwafelt, ich möchte euch gerne den Ablauf und die Prüfungspunkte ein klein wenig näherbringen. Natürlich zuerst mit allgemeinen Erklärungen und anschließend mit unseren persönlichen Erfahrungen am Prüfungstag ⇒ am 18.06.2016!

In der Nacht vor dem Prüfungstag schlief ich sehr unruhig, dauernd schaute ich auf die Uhr und mein Bauch krampfte sich hin und wieder zusammen. Wenn ich dann zu der schlafenden Nala schaute, dachte ich, wieso ist die so entspannt? Ach ja, der Sheltie weiß ja noch nichts von seinem Glück und welche wichtige Prüfung uns nachher bevorstand. Um 5:15 Uhr dann die Erlösung, mein Wecker klingelte. Ab unter die Dusche, anziehen, Sachen packen, Nala schnappen und zum Hundeplatz fahren. Um 8 Uhr sollte die Prüfung beginnen, aber wir waren bereits um kurz nach 7 vor Ort. Die Gelegenheit nutzte ich natürlich für ein letztes kleines Training, um Nala anzuschalten und sie in den Arbeitsmodus zu versetzen. Ich clickerte einzelne Übungen, stopfte ihr zur Motivation leckeren Käse in den Mund und versuchte innerlich meine Gedanken zu sortieren. Die Zeit war um, auf auf zum ersten Prüfungsteil, der Theorieprüfung!

Teil 1: Sachkundenachweis, theoretische bzw. schriftliche Prüfung

Durch diesen Teil muss der Hundeführer alleine. Ist ja auch logisch, oder habt ihr schon mal Fellnasen eine schriftliche Prüfung absolvieren sehen? Also ich nicht! Verschiedene Multiple-Choice-Fragen (Ankreuzaufgaben) sowie offene Fragen sind zu beantworten, d.h. Kenntnisse über Hunde oder Hundehaltung werden abgefragt. Die schriftliche Prüfung findet immer zu Beginn statt und nur wer mindestens mit 70 % bestanden hat, wird anschließend zur praktischen Prüfung mit Hund zugelassen. Ich muss sagen, vor dieser Prüfung hatte ich überhaupt keine Angst. Ich war schon immer gut im auswendig lernen bzw. in schriftlichen Prüfungen. Zum Lernen bekam ich verschiedene Fragebögen und nach kurzer Zeit, konnte ich die Fragen im Schlaf beantworten bzw. ankreuzen! So war es dann auch in der richtigen Prüfung. Ruckzuck jagte ich die einzelnen Fragen durch und machte meine Häkchen! Wusstet ihr, dass der Pulsschlag beim Hund an der Innenseite des Oberschenkels zu ertasten ist? Oder dass die optimale Körpertemperatur des Hundes zwischen 38 – 39° liegen sollte? Sachkundenachweis ⇒ Check!

 Teil 2: Unterordnung (Laufschema und Ablage) auf dem Hundeplatz

Der wohl schwierigste und nervenaufreibendste Teil ist die Unterordnung auf dem Hundeplatz. Aber was heißt denn Unterordnung? Eigentlich steckt die Erklärung schon im Begriff. Hier werden der Gehorsam des Hundes und seine Führigkeit geprüft. Außerdem beurteilt der Leistungsrichter wie gut die einzelnen Mensch/Hund-Teams zusammen arbeiten und harmonieren. Schon während des Vorbereitungstrainings sind für diesen Prüfungsteil Partnerteams zu bilden, die dann bei der Prüfung gemeinsam auf dem Hundeplatz antreten müssen, wobei ein Hund „abliegt“ und der andere Hund die Übungen absolviert. Übungen in Form von Fuß laufen mit und ohne Leine, das Durchlaufen einer Gruppe (ebenfalls mit und ohne Leine), eine Sitzübung und das Ablegen des Hundes mit anschließendem Abrufen.

Aber Moment, sollte nicht an 2. Stelle eigentlich der Wesenstest folgen? Ja , richtig! Allerdings entschied sich der Prüfer kurzerhand dazu mit der Unterordnung zu beginnen. Warum? Das kann ich euch leider nicht genau sagen…eben darum! Vor der Unterordnung hatte ich am meisten Respekt, wie wohl alle anderen auch! Nala und ich sollten zuerst die Ablage (Ablegen des Hundes unter Ablenkung) zeigen, während unser Partnerteam das Fußschema mit Übungen durchlief. Bei der Ablage wird der Hund ins Platz gebracht, der Hundeführer geht ungefähr 30 Schritte geradeaus weg (ohne sich umzusehen) und positioniert sich mit dem Rücken zum Hund. Der Hund muss so lange ruhig liegen bleiben, bis das Partnerteam alle Übungen absolviert hat, egal wie lange das dauert, meistens etwas zwischen 10-15 min.! Das hört sich jetzt nach einer ewig langen Zeit an? Ist es auch! Vor allem für meinen Sheltie! Ich möchte gar nicht bestreiten, die Ablage war unser größter Schwachpunkt. Ein Schwachpunkt für den man gleich 10 Punkte verlieren kann. Ehrlich, an dieser Übung sind wir fast verzweifelt, denn das Sheltietier wollte einfach nicht länger liegen bleiben. Nala hat einen unglaublichen Drang nach vorne, beobachtet dabei ganz genau meine Bewegungen und nimmt die kleinste Geste zum Anlass um aufzustehen und den Ablageort eigenständig zu verlassen. Bis kurz vor der Prüfung legte ich den Fokus komplett auf die Übung der Ablage. Schlussendlich half uns ein sogenanntes Bodentarget dabei die Ablage wenigstens halbwegs hinzubekommen. Ich legte einen runden Tupperdosendeckel mit einem Leckerli darauf hinter Nala, ging 20 Schritte weg und wartete ab. Das Bodentarget mit dem Leckerli beförderte Nalas Gedanken in eine Art Zwiespalt. Soll ich aufstehen und schnell zu Frauchen laufen oder soll ich lieber liegen bleiben und schauen was passiert, denn hinter mir liegt ja ein Leckerchen. Zum Glück habe ich einen sehr verfressenen Hund. Zwei Wochen vor der Prüfung das Erfolgserlebnis. Nala blieb 10 min. in der Ablage liegen, zwar hochkonzentriert und auf mich fixiert, aber sie blieb liegen. Tim stoppte die Zeit und nach etwas über 10 min. löste ich die Ablage auf und machte „Party“. Party machen bedeutet bei uns, überschwänglich loben, das Spieli auspacken und dabei rumhüpfen wie ein kleines Kind. Tja, und wie lief die Ablage in der Prüfung?  Wir bekamen für die Ablage ein Ungenügend!

Ja, leider nur ein ungenügend, denn ungefähr nach 2-3 Minuten stand Nala auf, fing aus Protest an zu bellen und legte sich nicht wieder hin. Ich stand trotzdem wie versteinert da, mein Herz pochte so laut und innerlich explodierte ich fast vor Nervosität. Nala lief dann irgendwann auf mich zu. Vielleicht lag das an der komischen Prüfungssituation, die Angespanntheit der Atmosphäre konnte man förmlich spüren und ging auch an dem sensiblen Sheltie nicht vorüber. Als Nala dann plötzlich neben mir stand, leinte ich den Sheltie an und platzierte ihn neben mir in der Grundstellung. 10 Punkte waren weg, das war mir klar. So ein Mist, aber die für uns schwierigste Hürde war somit überstanden, nur ausruhen konnten wir uns nicht, gleich nach der Ablage ging es für uns zum Vorzeigen der Fußarbeit. Durch die Ablage war ich immer noch angespannt, versuchte aber meine Gefühle zu unterdrücken und meine wackeligen Beine in den Griff zu bekommen. Das war leider gar nicht so einfach und ich bemerkte zunehmend wie meine Anspannung und mein Stress sich auf Nala übertrugen. Von der Grundstellung aus liefen wir erst einmal 50 Schritte geradeaus. Für Nala eigentlich kein Problem, denn die Fußarbeit machte ihr im Gegensatz zur Ablage richtigen Spaß. Relativ aufmerksam folgte sie mir, denn das vorher bis zum Erbrechen (hust, Entschuldigung für meine Ausdrucksweise) geübte Fußschema konnte ICH zumindest aus dem FF. Nala kam mit der Prüfungssituation nicht gut zurecht, sie driftete plötzlich während der Fußarbeit etwas ab und auch in der Gruppe hing sie einmal hinter her, was mich 2,3 „Doppelkommandos“ kostete, um den Sheltie wieder in geordnete Bahnen zu bringen. Der Richter war sehr gnädig, überhörte mal hier und da was und drückte womöglich beide Augen bei der Punktevergabe zu. Aber egal, Unterordnung beendet, Unterordnung bestanden!

Teil 3: Unbefangenheitsprüfung, Identifikation des Hundes

Die Unbefangenheitsprüfung ist ein Wesenstest und wer diesen nicht besteht, wird sofort disqualifiziert. Ein Bestandteil hiervon ist die Überprüfung der Identität des Hundes. Der Leistungsrichter bzw. Ausbildungswart begibt sich zum Hund, berührt ihn und fragt mit Hilfe eines speziellen Gerätes (kennt man oft vom Tierarzt) den Chip des Hundes ab. Wichtig ist, der Hund sollte nicht ängstlich oder schlimmstenfalls aggressiv reagieren. Okay, aber sag das mal einem Sheltie, der sich nicht gerne anfassen oder streicheln lässt! Im Training spielten wir solche Szenarien mehrfach durch: Unbekannte/r beugt sich zum Hund und hält das Chip-Gerät an die Seite bzw. Schulter. Nala wich natürlich immer zurück und nur mit entsprechender Bestechung durch Leckerlis durfte die fremde Person das Gerät an den Hundekörper halten. Puhhhh, für manche Hunde ganz normal, für Nala jedoch eine große Sache. An unserem Prüfungstag verlief diese Situation allerdings besser als gedacht. Nämlich gar nicht! Wir standen alle aufgereiht parat und der Prüfer rief jedes einzelne Mensch/Hund Team zu sich um die Chip-Kontrolle durchzuführen. Doch bereits nach dem zweiten Hund, gab das Chip-Gerät den Geist auf, upps! Der Prüfer kramte neue Batterien hervor und begann erneut mit der Kontrolle. Doch auch mit neuen Batterien zickte das Gerät rum. Schließlich entschied der Prüfungsrichter diesen Teil der Prüfung zu überspringen und fuhr direkt mit dem Außenteil, der Prüfung in der Öffentlichkeit, fort. Danke liebes „nicht-funktionierendes-Chip-Gerät“, diese Überprüfung blieb uns somit erspart!

Teil 4: Außenteil, Prüfung im Verkehr

In diesem aller letzten Teil, wird der Hund auf seine Alltagstauglichkeit überprüft. Das Wort Alltag, lässt also bereits vermuten, dass diese Art von Überprüfung in der Öffentlichkeit, also unter realen Umweltbedingungen stattfindet. Solche Orte können zum Beispiel der Parkplatz eines Supermarktes sein oder eine Innenstadt. Unsere gesamte Prüfungstruppe spazierte also los in die kleine „Stadt“ ein paar hundert Meter weiter weg von unserem Hundeplatz. Wobei, schrieb ich spazierte? Von einem gemütlichen Spaziergang war aber nicht die Rede, denn bereits in diesem Moment begann die Prüfung. Zwar war hier das Fuß laufen nicht mehr allzu streng und wir durften öfter mit den Hunden sprechen, trotzdem war hohe Konzentration gefragt. Plötzlich fuhr ein Fahrradfahrer blitzschnell an unserer Hundegruppe vorbei und klingelte dabei wie wild mit der Fahrradklingel und einige Jogger rannten dicht an den Hunden entlang. Das ganze Schauspiel nahm ich allerdings nicht wahr, denn ich konzentrierte mich auf Nala, die sich davon übrigens auch nicht beeindrucken ließ. Die allerletzte Hürde: Vereinsamung! Blödes Wort? Finde ich auch! An einer Straßenbank musste ich Nala anleinen und außer Sichtweite laufen. Ich machte sie fest, guckte sie dabei kaum an und lief hinter eine Hecke. Durch die Hecke konnte ich sehen wie der Prüfer neben Nala trat und dicht neben ihr einen Kugelschreiber fallen ließ. Außerdem ging auch noch ein anderer Hund an der „einsamen“ Nala vorbei. Komischerweise war der sonst eher bellende und pöbelnde Sheltie sehr entspannt und gelassen und überstand diese Prüfungssituation ohne Probleme. Der Richter winkte mich zurück, Nala durfte ich wieder zu mir nehmen und die Prüfung war beendet!

BH-Prüfung bestanden? JA!

Ich habe es zwar nirgends in meinem Text explizit erwähnt, aber JA, wir haben die Begleithundeprüfung bestanden. Sicherlich waren wir am 18.06.2016 nicht das beste Mensch/Hund-Team, da gab es andere tolle Teams, denen ich sehr gerne den Vortritt lasse, allerdings bin ich trotzdem unheimlich stolz auf den Sheltie und uns als Team! Für viele ist die BH-Prüfung vielleicht nur eine kleine recht unbedeutende Prüfung, für uns ist sie aber viel mehr! Sie ist die erste Prüfung, die wir zusammen als Mensch und Hund-Team erleben durften und die uns jede Menge abverlangt hat. Mein Leben lang werde ich mich an diese Prüfung zurück erinnern und zwar mit einem Schmunzeln im Gesicht. Diese Erinnerung kann mir niemand mehr nehmen. Eine Erinnerung an eine Prüfung, die ich mit meinem ersten Hund erlebt habe, einem Sheltie, der zurzeit wohl die wichtigste Rolle in unserem Leben spielt.

Check
Carina mit Begleithund Nala

 

Für all diejenigen, die auch überlegen, sich zur BH-Prüfung anzumelden, ich kann das nur befürworten, auch wenn man nicht unbedingt Kariere in Sachen Hundesport machen will. Das intensive Training auf dem Hundeplatz sowie in der Freizeit stärkt enorm die Bindung zwischen Mensch und Hund. Man lernt Neues dazu, verbringt viel Zeit mit der eigenen Fellnase und entdeckt gemeinsam neue Trainingsmöglichkeiten, denn nur der Weg ist das Ziel. Weil, auf dem Weg zum Ziel gibt es viele kleine Zwischenschritte, Aufgaben zu lösen und Herausforderungen. Egal ob das Ziel letztlich so erreicht wird wie es geplant war, entscheidend ist der Weg und das volle Auskosten der gemeinsamen Augenblicke.

Danksagung!

Ein herzliches Dankeschön geht an dieser Stelle an Junes Frauchen, die mir in den letzten Monaten unglaublich viel geholfen hat mit jeder Menge Tipps, Tricks und Trainingsmöglichkeiten. June ist mit ihren 15 Monaten der wohl besterzogenste Hund, den ich kenne und ein unglaubliches Arbeitstier. June, die schöne rote Aussie Prinzessin ist Nalas neue Hundefreundin und missen wollen wir sie nicht mehr! Zum Glück dürfen wir dieses außergewöhnliche Mensch/Hund-Team weiterhin jeden Freitag zum Agility Training treffen und wer weiß, vielleicht bestreiten wir auch noch weitere Abenteuer zusammen, denn das fehlende BH-Training muss ja schließlich durch etwas anderes ersetzt werden, oder nicht?! Wir werden sehen!


Und das war´s? Nein, denn extra für euch hatten wir auf unseren Spaziergängen natürlich die Kamera dabei und filmten einzelne Frequenzen meines Trainings zur Vorbereitung auf die BH-Prüfung! Witzigerweise hatte ich selbst mit den kleinsten Dingen zu kämpfen, wie ihr am Ende des Videos sehen könnt. Wie rum soll nochmal die Leine nach dem Ableinen in der Prüfung umgehängt werden? Ach jaaa, Karabinerhaken auf die rechte Seite! Viel Spaß mit unserem Begleithunde-Trainings-Video!